Matthias Matussek
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Matusseks Reisen - Das Fernseh Feuilleton

 

 

Unheimlich schön!  

Sendung vom 6. Januar 2008

 

In den Innenstädten lächeln sie arrogant von Plakatwänden auf uns herab: überirdisch schöne Models. Muskulöse Männer, makellose Frauen. Die einen blicken träge, die anderen herausfordernd auf den Alltag des Endverbrauchers. Sie werben für Autos, Waschmitte, Flatrates. Sie sind die Superstars eines Körperkults, der unser Leben mehr und mehr durchdringt.

Auf seiner Reise durch Deutschland trifft Matthias Matussek auf seltsame Phänomene:  Statt Kinder in die Welt zu setzen, träumen die Großstadt-Hedonisten von der ewigen Jugend für sich selbst. Sie "shapen" und trimmen sich in Fitnessstudios, lassen an ihren Körper, in ihren Gesichtern herumschneiden. Matussek erlebt dabei auch das Leiden, das dieser Schönheitsterror auslöst, erlebt die Schwerarbeit der Körperkult-Adepten, die Neurosen wie die Trauer derjenigen, die nicht mehr mithalten können.

 

Mein Gott!

Sendung vom 13. Januar 2008

 

Ob durch den deutschen Papst, die islamische Herausforderung oder eine neue Sinnsuche: Religion ist in Deutschland wieder ein Thema. Über den Glauben wird diskutiert, die Kirchen kehren zurück ins Bewusstsein. Matthias Matussek selbst ist Katholik, geht sonntags zur Messe, hat letzten Herbst am Straßenrand gestanden, als der Papst in Altötting vorbeizog, mit dem Allerheiligsten in der Hand. Doch die fromme Show ist das eine, der Alltag ist etwas anderes.

Hat die Religion überhaupt noch Wurzeln im täglichen Leben der Deutschen, jenseits von Papst-Besuchen und Kirchentag? Auf der Suche nach dem Glauben durchforstet Matussek die Republik. 

 

Wir Romantiker!

Sendung vom 20. Januar 2008 

 

Seit Madame de Staël 1803 Deutschland bereiste und uns in "De L'Allemagne" beschrieb, sind wir Deutschen fürs Ausland Romantiker. Wir sind poetisch und vergrübelt, schroff und sentimental, metaphysisch und treu, Ingenieure und gleichzeitig stets nicht ganz von dieser Welt. 

De Staël hatte sogar Recht: Es war die deutsche Romantik, die die Wiederverzauberung der aufgeklärten, nachrevolutionären Welt betrieb. "Romantik - eine deutsche Affäre" heißt Rüdiger Safranskis neus Buch, in dem er die Notwendigkeit des "Mehrwertes" im Leben herausstellt. "Politische Vernunft und Realitätssinn ist zu wenig zum Leben. Wir brauchen die Romantik." Doch was ist aus der deutschen Romantik geworden? Gibt es sie noch? Oder ist alles längst im globalen Pop verschwunden?

 
Matthias Matussek, Jahrgang 1954, studierte Amerikanistik und Vergleichende Literaturwissenschaften an der FU Berlin. Nach Stationen beim „Berliner Abend“ und beim „Stern“ kam Matussek zum „Spiegel“ für den er als Korrespondent und Reporter in New York, Berlin, Rio de Janeiro und London war. Von 2005 bis Ende 2007 leitete er in der Hamburger „Spiegel“ Zentrale das Kulturressort. Ab Januar 2008 sendet die ARD seine eigene Dokumentationsreihe „Matusseks Reisen“
 
© 2010 Matthias Matussek